Czernin

Judith Nika Pfeifer

Violante

Erzählung

Rom, Mitte des 16. Jahrhunderts, Violante, Herzogin von Paliano, wird von ihrem Bruder erdrosselt, während der Herzog Violantes vermeintlichen Liebhaber ersticht. Überliefert ist diese wahre Begebenheit von Stendhal, nun beleuchtet Judith Nika Pfeifer die Geschehnisse in der Gegenwart.

Die damaligen Akteure hatten versucht, alle Gerichtsakten des Falles verschwinden zu lassen – was ihnen bis auf ein Exemplar auch geglückt ist. Von Stendhals Übertragung ausgehend arrangiert die Autorin die Ereignisse neu, rückt die vermeintlich passive Protagonistin in den Vordergrund und erzählt ihre Position durch heutige Stimmen.

Aus den verschiedenen Perspektiven liest sich die Vor- und Nachgeschichte dieser spektakulären Morde wie die szenische Mischung einer Fernseh-Soap und einem Quentin-Tarantino-Film. Durch geschicktes Komponieren und Montieren verschiedener Ebenen, Quellen und Stilrichtungen entsteht eine höchst spannende Erzählung über sogenannte Ehrenmorde und die Verflechtungen von Geld, Macht und Liebe – als elementare menschliche Triebfedern.

 

Leseprobe:

»Es beginnt hier. Eine Tafel beladen mit Essen. Eine fette Party. Menschen am Feiern, Völlern. Tanzen. Stimmen, Musik und lautes Lachen. Neujahr 1559. Auch wenn Rom keine nennenswerte Militärmacht ist, bildet es den Mittelpunkt der Welt.«